November 21, 2016

Mein Job - Meine Welt


Mainwunder hat mit der Aktion #ichliebemeinenJob eine ganz tolle Aktion gestartet, in der die Mainwunder-Buchblogger einen privaten und intimen Einblick in ihr Berufsleben zeigen. Ich möchte euch heute gerne meinen Weg zu meinem jetzigen Traumberuf Mutter zeigen. Außerdem will ich euch gerne näher bringen warum es für mich das Schönste auf der Welt ist, Mutter zu sein.


Die schwere Ausbildungsentscheidung in jungen Jahren:

Wie sicher so viele Jugendliche mit 14 Jahren wurde ich auch damals vor die Entscheidung gestellt, welchen Job ich später gerne ausüben möchte. Welche Ausbildung möchte ich machen. Will ich eine weiterbildende höhere Schule machen, will ich eine Lehre absolvieren oder Abitur machen um später zu studieren. Das sind die vielen Fragen, die man sich in diesen Jahren stellt. Wie vermutlich viele Andere in meinem Alter waren die Informationen, die ich bekam, für mich zu wenig und die Hilfe meiner Mutter bestand dann eher darin, mich in diesen Bereich zu schubsen, der ihr als Kind sehr gut gefallen hätte. Somit besuchte ich die Handelsschule. 3 Jahre Schule und dann arbeiten war hier die Devise.
Dank meiner Noten hätte ich auch die Handelsakademie besuchen können. 5 Jahre Schule und dann die Möglichkeit zu studieren oder arbeiten zu gehen. Doch damals war die Antwort an den Direktor: „Ich will nur noch die 3 Jahre rum kriegen und dann arbeiten gehen.“ Ja das waren meine Gedanken als 14-Jährige. Nach Abschluss der Handelsschule sahen meine Ansprüche schon wieder ganz anders aus. Ich wollte mehr. Mein absoluter Traumberuf „Polizistin“ fiel leider der Größe zum Opfer, da man zu meiner Zeit als Frau noch stolze 1,63 m haben musste. Fehlten mir also ganze 3 cm auf meinen Traumberuf. Somit war mein nächster Wunsch, der dem ziemlich nahe kam, Jura zu studieren. Dafür fehlte mir nur leider die Reifeprüfung. Somit holte ich innerhalb von zwei Jahren das 5-jährige Abitur der Handelsakademie nach und begann dann ganz stolz mit meinem Studium. Hier brach mir leider Latein, das ich nachholen hätte müssen, den Hals und setzte die Ausbildung in den Sand.
Dank der qualifizierten Aussage des Arbeitsmarktservice „Mit der Handelsschule ist man nichts außer ein Hilfsarbeiter“ machte ich dann noch mit inzwischen 21 Jahren die Lehre als Buch- und Medienwirtschafterin in einem Verlag, wo ich die Verlagsarbeit kennen und lieben lernte.


Die Sache mit der Liebe zum Job:

Leider stellte sich wohl bald heraus, dass ich nicht unbedingt ein Händchen für die Arbeitsstellen hatte. Während der Verlag es mit den monatlichen Gehaltszahlungen nicht so genau nahm, obwohl man diese ja doch recht dringend benötigt, so war das Problem in den Anwaltskanzleien das Mobbing. Was ja eigentlich einer Ironie entsprach. Sehr viele Mandanten kamen zu uns aufgrund von Mobbing, die wir erfolgreich vertraten, dabei wurde nicht wirklich darauf geachtet, dass das Mobbing sogar in den eigenen Reihen stattfand. In letzterer Kanzlei, ging es nicht nur auf mich, sondern auch auf einen Anwaltskollegen. Wie man sich vorstellen konnte, war mein Arbeitseifer nicht sonderlich groß, die Lust an der Arbeit verging und ich wurde sogar von Albträumen geplagt.
Meine allerletzte Arbeitsstelle war bei einem Nahrungsergänzungsmittelhersteller, wo ich eigentlich recht viel gemacht habe und in jedem Bereich vertreten war. Die Arbeit hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich war mir sehr sicher, dass es die Arbeit war, die ich so lange gesucht hatte. Bis das Problem mit dem lieben Geld kam. Als ich in die Firma einstieg war sie noch vom Zusperren bedroht, mit mir und meinem Arbeitskollegen, der zeitgleich mit mir angefangen hatte, wurden die Einnahmen wieder viel besser und der Laden wurde wieder auf Vordermann gebracht. Dadurch wurde jedoch auch die Geldgier geweckt und das Arbeiten wurde für uns alle eher zum Albtraum als zum Spaß. Als ihnen dann auch noch meine Schwangerschaft in die Quere kam, war für meine Arbeitgeber der Ofen aus.



Endlich der richtige Job:

Mit der Schwangerschaft und der kleinen Tochter, die uns der Herrgott damit geschenkt hatte, kam dann endlich der langersehnte wundervolle Job für mich ins Haus geschneit. Während ich eigentlich schon als Kind immer wusste, die Erfüllung für mich war es, Mutter zu sein, so wurde es für mich die Monate für mich immer Klarer. Mama zu sein ist einfach der wundervollste Job auf dieser Welt. Auch wenn viele immer mein, wenn man zuhause ist, Hausfrau und Mutter spielt, dann hat man nicht wirklich etwas zutun, liegt nur auf der faulen Haut und lässt es sich gut gehen. Klar hat man auch Tage, wo man weniger zutun hat, wo es einem besser geht und man mehr entspannen kann, aber ist das nicht in jedem Job so? Doch auch Mutter sein ist mit sehr viel Arbeit verbunden, zum Teil sogar harter Arbeit.
Ich musste schnell feststellen, dass unsere Tochter einen Sturkopf hat und diesen recht bald einzusetzen begonnen hat. Man kann sogar sagen, dass der kleine Sturkopf im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Kopf durch die Wand muss. So hat Madam die Angewohnheit, dass sie, wenn sie etwas nicht bekommt, ihren Kopf irgendwo dagegen schlägt. Na toll. Da hat man als Mutter schon zu tun. Schließlich können solche Trotzaktionen recht blöd enden.

Auch sind da noch die Probleme mit den bösen Zähnen. Während sehr viele Kinder absolut keine Probleme mit ihren Zähnen haben, ich sogar von Freunden erfahren habe, dass ihr Sohn sogar besser schläft, wenn er seine Zähnchen bekommt, so hat unsere kleine Maus sehr viel Probleme damit und leidet sehr darunter. Mit ihr natürlich Mama und Papa. In den schlimmsten Fällen ist es so schlimm, dass die kleine Biene bitterlich und weinen und zu brüllen beginnt und das aus dem Stehgreif und so eine halbe Stunde oder länger durch brüllen kann, ohne dass sie mit irgendetwas ruhig zu stellen ist. Hier hilft nur viel Liebe und Kuscheln, für sie da sein und abwarten. Es zerrt an den Nerven der Kleinen und natürlich an den Nerven von uns. Man leidet mit ihr mit, da man helfen will und nicht kann.



Als Jungeltern lässt man sich vielleicht auch noch sehr viel von anderen beeinflussen, sieht sich an wie es bei anderen läuft und macht sich natürlich auch sehr viele Gedanken darüber, ob man alles richtig macht und eine gute Mutter oder ein guter Vater ist. Die Sorge schwebt immer mit einem mit und man macht sich immer bei allem Gedanken, hat man es richtig gemacht oder nicht. Die Umwelt sorgt auch oft dafür, dass man sich unwohl fühlt und denkt, ja das hab ich falsch gemacht.
Ein großes Problem für mich war auch das Stillen. Melissa hatte große Probleme an der Brust zu trinken. Ob es nun an ihrer Faulheit lag oder sie wirklich nicht trinken konnte, war nicht auszumachen. Im Krankenhaus wurde sie immer, wenn sie nicht trinken wollte an die Brust gepresst, was irgendwann dazu führte, dass das Kind schon zum Brüllen angefangen hatte, wenn es die nackte Brust nur gesehen hatte. Resultat: Um das Kind nicht weiter zu foltern, immerhin ist es zugleich eine Folter für die Eltern, habe ich die Milch abgepumpt und ihr in der Flasche gegeben. Für mich war es eine reine Nervensache. Ich musste mehr Zeit an der Melkmaschine verbringen, als etwas Anderes machen zu können. Irgendwann ließ dadurch auch die Milch aus und ich musste ganz auf Babynahrung umsteigen. Durch die Stillfanatiker hab ich mich hier in den Wahnsinn treiben lassen, bis ich mir von vielen sagen lassen habe, auch von meinem Arzt, dass es absolut kein Problem ist und kein Versagen meinerseits, dass ich meinem Kind nicht länger die Muttermilch bieten kann.

Doch trotz all der Probleme, die sich auch ergeben haben, bereue ich es nicht einmal, Mutter geworden zu sein. Ich liebe meinen Job und würde ihn für keinen Preis der Welt missen wollen. Inzwischen ist die Kleine 17 Monate alt, ein kleiner Klettermax, ein Sonnenschein wie er im Buch steht und ein kleiner Frechdachs, der uns jeden Tag aufs Neue zum Lachen bringt. Sie lernt immer wieder etwas Neues dazu und so oft sie uns auch auf die Palme bringt, so oft bringt sie uns dann auch wieder zum Lachen. Jedes neue Wort das sie lernt, jede neue Aktion die sie lernt, sei es Danke zu sagen, zu winken oder ein Küsschen schicken, es ist immer wieder etwas Tolles, das mich zu Tränen rührt. Für mich grenzt es immer wieder ein Wunder, wie so ein Mensch entsteht. Jede Umarmung, jedes Lachen und jeder Kuss meines Kindes ist für mich etwas Besonderes und wird es für mich auch immer sein.


Egal wie groß sie wird, egal was sie später macht, für mich wird sie immer mein kleines Baby bleiben und ich werde mein Leben lang für sie da sein. Egal welche Dummheiten sie in ferner Zukunft auch anstellt. Und wenn ich mir mich und meinen Mann so ansehen, ist es durchaus möglich, dass es Einige sein werden.





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